BURGEN UND SCHLÖSSER
Betreten Sie eine Welt, in der die Zeit stehen geblieben ist und in der schweigsame Zeugen der Vergangenheit noch immer über den Waldkämmen wachen. Lüften Sie den Schleier über den Geheimnissen alter Burgruinen, romantischer Schlösser und Herrensitze, die über dem böhmisch-bayerischen Grenzland wachen. Erwecken Sie die Geschichten von Rittern, Adelsgeschlechtern und ewigen Legenden zum Leben, die in die schaurige Schönheit verwitterter Steinmauern geschrieben sind.
BURGRUINE PŘIMDA
Die älteste Steinburg Böhmens. Die Ruine der Burg Přimda steht auf dem Gipfel eines felsigen Bergrückens über dem gleichnamigen Städtchen im nördlichen Teil des Český les. Die erste Erwähnung Přimdas stammt aus dem Jahr 1121. Erbaut wurde die Burg höchstwahrscheinlich vom deutschen Markgrafen Diepold II. von Vohburg, spätestens ab 1126 gehörte Přimda jedoch bereits den böhmischen Herrschern als wichtige Grenzfeste. Sie bewachte den Handelsweg von Prag und Pilsen in die Oberpfalz und diente darüber hinaus als königliches Gefängnis, in dem auch Přemysl Otakar II., der spätere böhmische König und bedeutende Feldherr, festgehalten wurde. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde die Burg häufig an Adelsgeschlechter verpfändet, vor allem an die Herren von Švamberk. Ohne Instandhaltung verfiel die Burg und war im 17. Jahrhundert bereits eine unbewohnte Ruine. Aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts ist ein mächtiger quadratischer Turm aus Bruchstein erhalten, der mit Granitquadern verkleidet ist. Die Burg ist frei zugänglich, Führungen werden nicht angeboten.
BURGRUINE STARÝ HERŠTEJN
Eine romantische Burgruine im Inneren des Český les mit reicher Vergangenheit und grausamen Schicksalen, wie aus der Dramaserie Game of Thrones. Starý Herštejn ist eine Burgruine und ein Aussichtsturm unweit von Pivoň und der Gemeinde Rybník im Český les. Die Burg steht auf dem gleichnamigen Berg in einer Höhe von 878 m und ist von einem Naturschutzgebiet umgeben. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1272. Die Burg erfüllte eine bedeutende Rolle beim Schutz der Kirchengüter in der Umgebung von Horšovský Týn. Im Jahr 1421 wurde Herštejn während der Hussitenkriege vom Heer aus Domažlice erobert.
Der Sage nach kam es hier in der Heiligen Nacht des 24. Dezember 1484 zur Ermordung aller Bewohner der Burg, auch der Frauen und Kinder. Sie wurden auf dem Rückweg von der Christmette im Kloster Pivoň von den Soldaten des Pfälzer Kurfürsten Philipp überrascht. Von Bewaffneten, denen es gelungen war, in die Burg einzudringen. Im Jahr 1506 wurde Zdeněk Dobrohost z Ronšperka Besitzer der Burg. Aus der Burg wurde ein Stützpunkt für seine Raubzüge gegen die umliegenden Siedlungen und Handelswege. Im Jahr 1510 eroberte und zerstörte das königliche Heer die Burg. Die einst bedeutende Burg wurde nie wieder aufgebaut, erhalten blieben nur ein Teil des Rundturms, Mauerreste, Gräben und Wälle. Vor dem Jahr 1989 war die Burg nicht zugänglich, hier stand eine militärische ein Beobachtungsposten zur Überwachung des Luftraums über der Staatsgrenze und dem Grenzstreifen. Zur Burg gelangen Sie vom Vranovské sedlo aus, wo sich ein Parkplatz und ein Rastplatz befinden. Von dort machen Sie sich auf dem rot markierten Wanderweg auf den Weg.
Der etwa 1,5 Kilometer lange Weg steigt sanft über steiniges Gelände an. Zum Aussichtsturm selbst führt dann ein schmaler, steiler Pfad. Eine wunderschöne Route können Sie auch von der Gemeinde Rybník aus entlang der roten Wandermarkierung nehmen (dem sogenannten Baar-Weg), die in eine Richtung 7 Kilometer lang ist. Wir empfehlen Ihnen einen Halt an der hiesigen Radbuza-Quelle. Den Weg können Sie abkürzen, indem Sie bei der Gemeinde Závist auf dem Parkplatz unweit der Radbuza-Quelle parken. Die gesamte Strecke misst dann in eine Richtung nur 4 Kilometer.
DAS KLOSTER IN PIVOŇ
Die Einsiedelei in Pivoň war das erste Augustinerkloster in Böhmen. Das ehemalige Augustinerkloster liegt in der Gemeinde Pivoň, rund 5 km südwestlich von Poběžovice. Der Sage nach wurde das Kloster nach dem Jahr 1040 zu Ehren des Sieges des Přemyslidenfürsten Břetislav I. über den römischen König und späteren Kaiser Heinrich III. gegründet. Schriftlichen Quellen zufolge entstand es jedoch in den 1230er Jahren durch den Orden der Augustiner-Eremiten an der Handelsstraße von Prag nach Regensburg.
Der interessanteste Teil des Klosters ist der Chor der einschiffigen Kirche Mariä Verkündigung, der in die Entstehungszeit des Klosters, also in die Mitte des 13. Jahrhunderts, datiert wird. Er ist damit der älteste erhaltene Teil und gilt zugleich als einer der ältesten vollständig gotischen Bauten Böhmens. Das Kirchenschiff ist dagegen barock. Den übrigen Teil des Areals bildet heute eine Gruppe mehrgeschossiger Barockgebäude, die um einen rechteckigen Innenhof errichtet wurden, der nach Norden hin nicht geschlossen ist. Der südliche Wirtschaftstrakt, der nach Westen aus dem Klosterbereich herausragt, entstand vermutlich nach der Aufhebung des Klosters im 19. Jahrhundert. Parken ist direkt am Areal möglich.
BURG UND SCHLOSS HORŠOVSKÝ TÝN
Das nationale Kulturdenkmal Staatsburg und Schloss Horšovský Týn gehört zu den am umfassendsten zugänglichen Objekten der Tschechischen Republik. Es handelt sich um ein bedeutendes historisches Denkmal in der gleichnamigen Stadt in der Region Plzeň. Ursprünglich im 13. Jahrhundert als gotische Burg errichtet, befand es sich im Besitz der Prager Bischöfe. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1547 ließ Johann der Jüngere von Lobkowicz die Anlage zu einer prachtvollen Renaissanceresidenz umbauen.
Der Burgkomplex umfasst wunderschön erhaltene Innenräume, weitläufige Gärten und mehrere Kirchen wie die Allerheiligenkirche und die St.-Anna-Kirche. Das Burgareal bietet außerdem einen großen Park, ideal für gemütliche Spaziergänge und für das Entdecken der Naturschönheiten der Gegend. Heute gehört das Schloss Horšovský Týn zu den am besten zugänglichen historischen Orten der Tschechischen Republik. Es bietet Führungen, die die reiche Schlossgeschichte und die architektonische Pracht vorstellen. Sie können zwischen mehreren Besichtigungsrundgängen wählen, darunter die Schlossküche und die Vorratsräume. Es ist ein nationales Kulturdenkmal und muss von allen besucht werden, die sich für die tschechische Geschichte und ihr Erbe interessieren. Parken können Sie am Marktplatz, direkt am Eingang zum Schloss.
DIE REITHALLE SVĚTCE
Die zweitgrößte Reithalle Mitteleuropas, ein technisches Denkmal. Die Jízdárna Světce ist ein bemerkenswerter historischer Ort in der Nähe von Tachov. In den Jahren 1858–1861 von Fürst Alfred I. von Windischgrätz erbaut, ist die Reithalle ein architektonisches Kleinod im neuromanischen Stil. Das ursprüngliche Kloster wurde im 17. Jahrhundert errichtet, und nach seiner Aufhebung durch Kaiser Joseph II. im Jahr 1787 erwarb es der damalige Besitzer der Herrschaft Tachov, Josef Mikuláš Windischgrätz, in einer Versteigerung. Nach Josefs Tod übernahm sein Sohn Alfréd die Herrschaft und begann mit dem Umbau der Kirche und dem Bau der Reithalle. Während der Bauarbeiten starb Fürst Alfréd Windischgrätz im Jahr 1862, und sein Sohn Alfréd Mikuláš beschränkte die Arbeiten auf die Fertigstellung der Reithalle und die Konservierung des begonnenen Umbaus der Kirche zu einem Schloss.
Die Reithalle verfiel mit der Zeit, und Ende des 20. Jahrhunderts wurde ihr Abriss erwogen. Zwischen 2000 und 2024 wurde sie durch Restaurierungsarbeiten für kommende Generationen bewahrt.
Das Gebäude umfasst eine große Halle mit Galerien, Stallungen und Wohnräume, die alle mit kunstvollen Zierelementen geschmückt sind. Heute finden in der Reithalle Jízdárna Světce verschiedene Kulturveranstaltungen, Ausstellungen und Hochzeiten statt, und selbstverständlich werden Führungen mit hervorragenden Guides angeboten. Parken ist in der Nähe des Denkmals möglich. Die Reithalle ist an den Wochenenden geöffnet, an Werktagen richten sich die Öffnungszeiten nach der Saison.
BURGRUINE FLOSSENBÜRG
Die Burgruine ist ein bekanntes und beliebtes Ausflugsziel, vor allem wegen der weiten Aussicht vom Burgturm. Die erste schriftliche Erwähnung Flossenbürgs stammt aus dem Jahr 1125, als die Burg dem Grafen Berengar I. von Sulzbach gehörte. Nach dem Tod eines weiteren Besitzers, des kinderlosen Grafen Gebhard II., erhielt Kaiser Friedrich I. Barbarossa die Burg im Jahr 1188. Im Jahr 1212 fiel Flossenbürg erblich an König Přemysl Otakar I., was ihm durch eine Urkunde aus dem Jahr 1231 erneut bestätigt wurde. Dennoch bemächtigte sich 1253 Kaiser Konrad IV. der Burg, von dem sie sein Schwiegervater, der bayerische Herzog Otto, erhielt. Nach einer Übereinkunft mit Přemysl Otakar II. wurde die Burg wieder Teil des Besitzes der böhmischen Krone, danach jedoch von den böhmischen Königen häufig verpfändet. Im Jahr 1353 kaufte Karl IV. Flossenbürg vom Nürnberger Burggrafen Johann und dessen Bruder Albrecht zurück.
Im Jahr 1373 ging sie als Entschädigung an Friedrich von Bayern über, und ein Jahr später erhielt Otto von Brandenburg sie als Pfand. Zwar gelang es König Georg von Podiebrad, seinen Anspruch auf diese Burg zu erneuern, doch bereits 1459 gab er sie aus Geldmangel wieder auf. Im 16. Jahrhundert galt Flossenbürg schon als verlorenes Lehen.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burganlage im Jahr 1634 von den abziehenden Truppen Bernhards von Sachsen-Weimar in Brand gesetzt. Damals verlor die Burg endgültig ihre Bedeutung und diente der Umgebung als willkommene Quelle für Baumaterial. Im Lauf der folgenden Jahre verfiel sie zusehends. Die Burg ist ganzjährig frei zugänglich, Parken ist auf dem Parkplatz im Ortszentrum möglich, 50 Meter vom Lehrpfad entfernt, der zur Burg führt.
BURG LEUCHTENBERG
Die größte und zugleich hervorragend erhaltene Burgruine der Oberpfalz, die sich mitten im Ort befindet. Heute dient sie als Freilichtbühne. Erbaut wurde die Burg um das Jahr 1300 von einem einflussreichen bayerischen Adelsgeschlecht, den Rittern von Leuchtenberg. Wahrscheinlich stand auf dem Berg bereits zuvor eine Befestigung. Die Leuchtenberger verließen die Burg im Jahr 1322, um in das nahe gelegene Pfreimd überzusiedeln. Das Rittergeschlecht der Leuchtenberger starb 1646 aus. Danach blieb die Burg verlassen und verfiel nach und nach.
Im Jahr 1842 wurde sie bei einem großen Brand vollständig zerstört. Im 20. Jahrhundert begannen die Arbeiten zur Sicherung der Reste der Burggebäude und zum Wiederaufbau eines Teils der Burg. Heute ist die Burgruine für Besucher zugänglich. Im Sommer dient sie als Freilichtbühne und ist Schauplatz des alljährlichen Burgfestivals in Leuchtenberg.
Das Städtchen Leuchtenberg bildet ein einzigartiges Wahrzeichen in der Landschaft der Oberpfalz. Der Zugang zur Burg ist vom Ortszentrum aus möglich, wo Sie parken können. Die Öffnungszeiten der Burg sind von April bis Ende Oktober, Mittwoch bis Sonntag von 10.30 bis 17.00 Uhr.
DAS KLOSTER KLADRUBY
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts zählte es zu den reichsten Klöstern im böhmischen Königreich Das Kloster Kladruby ist ein ehemaliges Benediktinerkloster in der Stadt Kladruby, unweit von Stříbro in der Region Plzeň. Es hat eine reiche eine Geschichte, die mehr als 900 Jahre zurückreicht. Gegründet wurde es im Jahr 1115 von Herzog Vladislav I. Bekannt ist das Kloster für seine prachtvolle Kirche Mariä Himmelfahrt, die der berühmte böhmische Architekt Jan Blažej Santini-Aichel im barockgotischen Stil umgestaltete. Die Kirchenkuppel erreicht eine Höhe von 46 Metern und wird von einer vergoldeten Marienkrone bekrönt. Ein weiteres bedeutendes Bauwerk der Anlage ist der Neue Konvent, entworfen von Kilián Ignác Dientzenhofer.
Das Kloster Kladruby war bis zu seiner Aufhebung im Jahr 1785 im Zuge der Reformen Kaiser Josephs II. ein bedeutendes religiöses, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Heute ist es ein nationales Kulturdenkmal, das der Öffentlichkeit zugänglich ist und Führungen anbietet, die seine architektonische Schönheit und seine historische Bedeutung erschließen.
Das Kloster bietet zwei Besichtigungsrouten, ist ganzjährig geöffnet und beherbergt zahlreiche Kulturveranstaltungen.
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